Warum Auslastung wichtiger ist als Flottengröße
Die Flottengröße ist die Zahl, mit der Vermieter sich vorstellen. Die Auslastung ist die Zahl, an der ein Käufer den Wert erkennt.
100 gut ausgelastete Maschinen können wirtschaftlich wertvoller sein als 200 Maschinen mit hoher Standzeit und niedrigem Mietpreisniveau.
Drei Arten von Tagen
Jeder Tag im Leben einer Mietmaschine gehört in eine von drei Kategorien – und die Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt:
Miettage. Die Maschine ist beim Kunden und verdient Geld. Das ist die einzige Kategorie, die Erlöse bringt.
Standtage. Die Maschine ist einsatzbereit, aber nicht vermietet. Kapital ist gebunden, Fläche belegt, Erlös gleich null.
Werkstatttage. Die Maschine ist technisch nicht verfügbar. Sie kostet doppelt – Erlösausfall plus Reparatur.
Der Durchschnitt verdeckt das Wesentliche
Wer eine einzelne Auslastungszahl für den gesamten Mietpark nennt, verdeckt regelmäßig genau das, was interessant wäre. Ein Beispiel aus der Praxis:
- Minibagger: 78 Prozent Auslastung – trägt den Betrieb
- Radlader: 62 Prozent – solide
- große Kettenbagger: 31 Prozent – bindet viel Kapital
- Anbaugeräte: 84 Prozent – der eigentliche Gewinnbringer
Der Durchschnitt daraus liegt bei 64 Prozent und klingt ordentlich. Tatsächlich steckt in den großen Kettenbaggern gebundenes Kapital, das an anderer Stelle deutlich mehr bringen würde. Ein Käufer sieht das – und rechnet es ein.
Auslastung ist nicht gleich Auslastung
Es gibt keine einheitliche Definition. Manche rechnen auf 365 Tage, andere auf 250 Werktage, wieder andere lassen Werkstatttage außen vor. Alle drei Wege sind vertretbar – aber nur, wenn dabei gesagt wird, welcher gewählt wurde. Für einen Vergleich zwischen Unternehmen ist es deshalb wichtiger zu wissen, wie gerechnet wurde als was herauskommt.
Auslastung ist nicht alles
Eine Maschine kann zu 90 Prozent ausgelastet sein und trotzdem Geld vernichten, wenn der Tagessatz zu niedrig ist. Auslastung und Mietpreisniveau gehören zusammen. Die aussagekräftigste Größe ist deshalb der Erlös je Maschine und Jahr im Verhältnis zu ihrem Anschaffungswert – eine Kennzahl, die im Englischen als „Return on Capital Employed“ läuft und in deutschen Mietparks selten systematisch geführt wird.
Was das für Sie bedeutet
Wenn Sie eine Übergabe in den nächsten Jahren planen, ist eine Auslastungsauswertung nach Maschinengruppen das Sinnvollste, was Sie vorbereiten können. Sie hilft Ihnen selbst – und sie zeigt einem Käufer, dass Sie Ihr Unternehmen im Griff haben.
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