Was ist ein Mietpark wert?
Die Anzahl der Maschinen allein sagt wenig über den tatsächlichen Unternehmenswert aus. Entscheidend ist, wie produktiv, profitabel und nachhaltig der Mietpark eingesetzt wird.
100 gut ausgelastete Maschinen können wirtschaftlich wertvoller sein als 200 Maschinen mit hoher Standzeit und niedrigem Mietpreisniveau.
Warum die Flottengröße in die Irre führt
Eine große Zahl auf dem Papier erzeugt Eindruck, aber keinen Ertrag. Eine Maschine, die 60 Prozent des Jahres auf dem Hof steht, bindet Kapital, kostet Fläche, Wartung und Versicherung – und erwirtschaftet nichts. Eine gut ausgelastete Maschine derselben Klasse verdient über ihre Nutzungsdauer ein Vielfaches.
Deshalb ist die erste Frage bei jeder Bewertung nicht „wie viele Maschinen?“, sondern „wie viele Miettage?“.
Ein großer Mietpark ist nicht automatisch ein gutes Unternehmen.
Entscheidend sind Auslastung, Mietpreisniveau, Kundenqualität, technische Verfügbarkeit und die Fähigkeit des Unternehmens, unabhängig vom bisherigen Eigentümer zuverlässig zu funktionieren.
Zwei Größen, die zusammengehören
Der Wert eines Vermietunternehmens entsteht aus zwei Seiten, die sich gegenseitig begrenzen:
Die Substanz. Der Zeitwert des Maschinenparks abzüglich der darauf lastenden Finanzierungen. Das ist der Boden, auf dem alles steht – aber noch kein Unternehmenswert.
Die Ertragskraft. Was das Unternehmen nachhaltig erwirtschaftet, wenn man den Aufwand für Ersatzinvestitionen ehrlich einrechnet. Das ist der eigentliche Maßstab.
Liegt die Ertragskraft dauerhaft unter dem, was der Maschinenpark an Kapital bindet, ist der Betrieb wirtschaftlich betrachtet ein Maschinenlager. Liegt sie deutlich darüber, entsteht der Unternehmenswert, um den es hier geht.
Worauf wir im Einzelnen schauen
Acht Bereiche, die zusammen das Bild ergeben. Sie müssen davon nichts vorbereiten – wir arbeiten uns gemeinsam durch.
Wirtschaftlichkeit
- Umsatzentwicklung
- Mieterlöse
- Transporterlöse
- Serviceerlöse
- operative Ergebnisentwicklung
- Cashflow
- Investitionen
Maschinenpark
- Anzahl
- Hersteller
- Maschinenklassen
- Alter
- Betriebsstunden
- Zustand
- Zeitwert
- Ersatzbedarf
Flottenauslastung
- Miettage
- Standtage
- Werkstatttage
- saisonale Auslastung
- Auslastung nach Maschinengruppe
Mietpreise
- Tagespreise
- Wochenpreise
- Langzeitmieten
- Rabatte
- Transportpreise
- Zusatzleistungen
Kunden
- Anzahl aktiver Kunden
- Top-20-Kunden
- Wiederholungsumsatz
- Kundenkonzentration
- Branchenmix
- Rahmenverträge
Personal
- Disposition
- Werkstatt
- Fahrer
- Vertrieb
- Verwaltung
- Niederlassungsleitung
Finanzierungen
- Leasing
- Mietkauf
- Bankfinanzierung
- Sicherungsübereignung
- Restschuld
- Laufzeiten
Standort
- Grundstück
- Halle
- Werkstatt
- Freiflächen
- Verkehrsanbindung
- Erweiterungsmöglichkeiten
Die Flottenauslastung verdient einen eigenen Blick
Kein anderer Wert erklärt so viel über ein Vermietunternehmen. Und kaum ein Wert wird so unterschiedlich gerechnet. Wichtig ist deshalb weniger die absolute Zahl als die Frage, wie sie zustande kommt:
- Miettage im Verhältnis zu den möglichen Vermiettagen im Jahr
- Standtage – und ob es dafür einen erkennbaren Grund gibt
- Werkstatttage, also die technisch bedingte Nichtverfügbarkeit
- saisonale Schwankungen und wie das Unternehmen damit umgeht
- Auslastung getrennt nach Maschinengruppe statt als Durchschnitt über alles
Ein Durchschnitt über den gesamten Mietpark verdeckt fast immer das Wesentliche: dass einzelne Gruppen hervorragend laufen und andere Kapital binden, ohne etwas beizutragen.
Finanzierungen: bei Mietparks besonders relevant
Kaum eine Branche arbeitet so selbstverständlich mit Leasing, Mietkauf und Sicherungsübereignung wie die Vermietbranche. Für die Bewertung heißt das: Der Zeitwert des Maschinenparks ist nur die eine Seite. Auf der anderen stehen Restschulden, Restlaufzeiten und die Frage, ob Verträge übernommen werden können oder abgelöst werden müssen.
Das ist kein Problem, sondern Alltag. Es muss nur früh auf den Tisch, weil es die Struktur des Kaufs beeinflusst – und damit auch den Betrag, der am Ende bei Ihnen ankommt.
Und die Immobilie?
Halle, Werkstatt und Freifläche werden getrennt betrachtet. Sie können mitverkauft oder im Eigentum bleiben und langfristig an das Unternehmen vermietet werden. Beides ist möglich – die Entscheidung liegt bei Ihnen und hat unterschiedliche steuerliche Folgen, die Sie mit Ihrem Steuerberater besprechen sollten.
Wir sagen Ihnen, was wir sehen.
Eine erste Einschätzung ist im persönlichen Gespräch oft schneller möglich, als Sie denken.